Diese Deckenpyramiden, wie der Name bereits vermuten lässt, werden an der Zimmerdecke befestigt. Im Grundaufbau ähneln sie klassischen Weihnachtspyramiden, weisen jedoch einige Besonderheiten auf, da sie hängend montiert werden. Dadurch unterscheiden sich einzelne Bauteile in ihrer Funktion.
Die Herstellung mithilfe einer Laubsägevorlage ist nicht sehr schwer. Benötigt werden einige Kaufteile. Nachfolgend eine Erklärung als Beispiel zum Aufbau einer klassischen Hängepyramide. Andere Varianten sind selbstverständlich möglich. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die Geschichte, Varianten, benötigte Materialien und erhalten eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die nebenstehende Abbildung zeigt eine Hängepyramide "Wolke mit 9 Engeln". Die Gesamthöhe beträgt ca. 50 cm. Verbaut sind sechs Kerzen. An diesem Beispiel sind die einzelnen Teile einer Hängepyramide zu sehen. Wie auch bei einer Standpyramide kommen hier Pyramidenflügel und div. Holztüllen und Sperrholz zum Einsatz. Als Mittelstab wird eine Holzdocke (Mittelachse) benötigt. Hier die einzelnen Teile näher erklärt:
Hängepyramiden unterscheiden sich in Größe, Aufbau und Stil. Hier einige gängige Varianten:
Wenn Sie Ihre Hängepyramide selber bauen möchten, empfiehlt es sich, mit einem einfacheren Modell zu starten.
Für ein gelungenes Projekt benötigen Sie eine präzise Auswahl an Materialien und Zubehör. Achten Sie auf qualitativ hochwertiges Holz und gut verarbeitete Einzelteile, gerade bei beweglichen Komponenten.
Machen Sie sich mit der gekauften Vorlage vertraut oder skizzieren Sie zunächst Ihre Wunschpyramide und legen Sie Maße, Anzahl der Ebenen und Figuren fest.
Sägen Sie alle Teile in der erforderlichen Stückzahl aus. Achten Sie dabei auf die Richtung der Holzmaserung. Für Innenschnitte bohren Sie an den jeweiligen Stellen Löcher, durch die das Sägeblatt geführt wird. Sägen Sie anschließend von innen nach außen. Überprüfen Sie das Ergebnis und verschleifen Sie alle Teile.
Tipp: Gleichartige Bauteile lassen sich durch das Stapelsägen besonders effizient zuschneiden. Bei Handsägen empfiehlt es sich beispielsweise, zwei Platten übereinanderzulegen, während bei Dekupiersägen bis zu vier Platten aufeinander gestapelt werden können. Diese werden dann in Abständen von 10 bis 15 cm an den Aussparungen sowie außen miteinander vernagelt. Dabei sollten hervorstehende Nagelspitzen umgebogen werden. Als Alternative bietet sich an, die äußeren Kanten mithilfe von Klebeband zu fixieren.
Die gesägten Motivteile werden mittels eines Adapters mit der Docke verbunden. Dazu wird der Adapter am Motivteil befestigt und verleimt. Das leicht konische Ende des Adapters wird in die Docke gesteckt. Wiederholen Sie diesen Vorgang für alle Teile.
In bestimmten Situationen wird ein Motivteil mithilfe von zwei Adaptern an der Docke fixiert, beispielsweise jeweils oben und unten. Um sicherzustellen, dass die Adapter den richtigen Abstand zueinander einhalten, sollten Sie zunächst die Adapter in der Mittelachse positionieren. Danach setzen Sie das Motivteil in die Adapter ein und verleimen es sorgfältig.
Am oberen Bereich der Docke (Mittelachse) werden die Flügel in die zwölf vorgesehenen Öffnungen eingesetzt und ausgerichtet. Starten Sie mit einem Neigungswinkel der Flügel von ungefähr 30°, um eine optimale Nutzung des Luftstroms zu gewährleisten. Im weiteren Verlauf haben Sie die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Hängepyramide durch Anpassung des Neigungswinkels zu regulieren.
Im nächsten Schritt platzieren Sie die Lichtertüllen an der vorgesehenen Stelle auf dem Sperrholz. Sollten Sie ein eigenes Design für eine Hängepyramide nutzen, ist es wichtig, darauf zu achten, dass zwischen den Kerzen und den Flügeln genügend Abstand besteht und dass die Kerzen auf den verschiedenen Etagen versetzt angeordnet sind.
Befestigen Sie an Ihrer Zimmerdecke einen Haken, der in der Lage ist, das Gesamtgewicht der Hängepyramide zu tragen. Anschließend wird die Docke mit dem Venetel verknüpft. Hierfür kann unter anderem eine Öse (Rundhaken) auf der Oberseite der Achse angebracht werden, in die das Lager eingehängt wird. Die Befestigung an der Decke wird anschließend über eine Kette realisiert, die am oberen Haken des Lagers angebracht ist.
Um einen Wärmestau unter der Decke zu verhindern, ist es ratsam, die Pyramide in ausreichendem Abstand zur Decke anzubringen. Andernfalls könnte eine unzureichende Luftzirkulation die Drehbewegung beeinträchtigen.
Führen Sie einen Testlauf durch und korrigieren Sie, wenn nötig, den Neigungswinkel der Flügel.
In der Abbildung (oben) ist eine Hängepyramide zu sehen, die nach einer Laubsägevorlage gefertigt wurde. Die Besonderheit dieser Variante ist, dass sie ohne Docke auskommt. Hierbei werden die nach der Vorlage gesägten Sperrholzteile ineinandergesteckt. Zur Stabilität werden oben und unten kleine passende Halter eingesetzt.
Für die zwölf Flügel wird ein normaler Pyramidenkopf verwendet. Im Pyramidenkopf wird eine Venetel (Hängelager) befestigt. Als Beleuchtung und Antrieb der Hängepyramide dienen Teelichter. Auch hierfür gibt es passende Blecheinsätze (40 mm).
Eine erzgebirgische Hängepyramide selber zu bauen ist mehr als ein Bastelprojekt, es ist eine Hommage an eine jahrhundertealte Handwerkstradition. Mit Sorgfalt, Geduld und dem richtigen Zubehör entsteht ein einzigartiges Stück Weihnachtskunst, das Generationen überdauern kann. Ob klassisch oder modern interpretiert, Ihre selbst gebaute Deckenpyramide wird garantiert zum Blickfang in der Adventszeit.